Haydn-Kräutergarten

Im ehemaligen "Kuchlgartl" der Familie Haydn wartet ein Schatz alter Weisheiten und Rezepturen rund um Gewürz-, Heil- und Duftpflanzen im Kräutergarten der Familie Haydn darauf, wieder entdeckt zu werden.

Von Mai bis September können sich Pflanzenliebhaber gegen Voranmeldung  bei der Führung „Geheimnisse aus Frau Haydns Garten“ anhand eines Garten- und Pflanzenplanes auf den Weg durch über 100 Pflanzen machen können, ab Juni 2010 wird es jeden Sonntagnachmittag um 15 Uhr Familienführungen geben. Dabei werden ganz spezielle Einblicke in die Kräuterkunde der Haydnzeit und in wieder entdeckte Anwendungsgebiete in der Gegenwart gewährt. 

Obwohl sich seit damals, als Joseph Haydn den Küchengarten im Jahr 1766 gemeinsam mit seinem Wohnhaus erworben hatte, die Welt verändert hat, scheint es auf diesem kleinen historischen Fleckchen oft, als wäre die Zeit stehen geblieben.
Wenn der Gast den Joseph Haydn-Kräutergarten betritt, empfängt ihn das historische Kleinod mit einer Üppigkeit, die erstaunt. Denn trotz seiner bescheidenen Größe bietet das revitalisierte Gärtchen Farben und Düfte in Hülle und Fülle. Die nach barockem Vorbild streng geometrisch angelegten Beete verwandeln sich jedes Jahr aufs Neue in einen wachsenden Blumenstrauß, der sich bis zum Finale im Spätherbst mit duftenden Pflanzenraritäten unermüdlich zeigt.
Steinerne Gartenbänke unter Duftblatt-Geranien und Rosen laden zur Betrachtung des zum Großteil im Original erhaltenen Gartenhäuschens ein. Bei diesem Anblick fällt es dem Gast leicht, der Legende vom komponierenden Genie Haydn im Gartenhaus Glauben zu schenken. Rosenbäumchen und Lavendel in trauter Zweisamkeit unterstreichen die nostalgische Note.
Nutzen und Schönheit der Pflanzen aus der Haydnzeit stehen hier im gleichen engen Zusammenhang wie Vergangenheit und Gegenwart. Der Pflanzenreichtum des Kräutergartens, vormals „ Kuchlgarten hinter den Spital“, erschließt sich dem Besucher am besten, indem er nicht nur durch den Garten spaziert, sondern die Vielfalt an Parfums aufnimmt und auch von den Köstlichkeiten probiert. Gleich zu Beginn erwartet den Gast dazu eine wohlschmeckende Erfrischung.
Madonnenlilie und Diptam erobern mit schwerer Süße, dagegen Balsamkraut und Mönchspfeffer mit herber Würze die Nase des Besuchers. Den Gaumen erfreuen unter anderem der römische Schildblattampfer oder die Schokoladenminze.
Ringelblumensalbe und Rosenpuder streicheln außerdem die Haut und machen neugierig auf mehr von Frau Haydns Pflanzengeheimnissen.

Nicht selten staunt der Interessierte über die Verwendung von fast vergessenen Gemüsepflanzen wie Knollenziest und Zuckerwurz und essbarer Blüten von Dahlien oder Geranien in Frau Haydns Küche. Detailgetreue Beschreibung der Herstellung von barocken Duftteppichen oder Duftwässerchen ermuntern den Besucher zum Nachmachen. Das Repertoire des Haydn Kräutergartens gestattet dem Besucher, sich abschließend Duftendes und Würziges für einen selbst gebundenen Kräuter-Hexenbesen zu pflücken. Das Wissen über die Anwendung von Heil-Duft- und Würzkräuter damals und heute lässt sich mittels Informationsblätter zum Mitnehmen auch zu Hause noch vertiefen.